


Die Plakate in der Stadt zeigen es: neu im Programm hat Sauer zwei kleine Handspieluppen, "Froschmann & Das Pferd" genannt. Will er damit René Marik kopieren? "Gut, der Froschmann ähnelt sicherlich ein klein wenig dem Frosch der alten Falkenhorst-Show-Plakate von 2003, auch wenn René Mariks Frosch inzwischen etwas anders aussieht. Aber das Pferd...hat Marik überhaupt ein Pferd in seinem Programm? Außerdem bin ich gar kein Puppenspieler und 'Froschmann & Das Pferd' ist ja zudem nur eine Fünf-Minuten-Sideshow in 'Switched-On Kabarett'.

Mit dabei hat er dafür wieder seine großen Synthesizer von Moog. Roland und Yamaha, dazu noch einen Emulator und ein Mellotron. Auch hier präsentiert er am Freitag etwas Neues. "Der Lunchbox-Synthesizer ist vielleicht der kleinste Synthesizer der Welt, dafür aber ein richtiges Chaos-Pad und ein Live-Hammer.

Rainer Sauer, der in den 80er-Jahren als Moderator der Radio-Kultsendung "Sounds vom Synthesizer" viele Stars Elektromusikszene persönlich kennen gelernt hat: "Ich habe da keinerlei Vorlieben oder Abneigungen im Bereich der Synthesizermusik. Angefangen bei schräger Elektronischer Musik der Stockhausen-Richtung gehen meine Songs bis hin zum Ambient-Sound von Brian Eno. Dazwischen gibt es noch Kompositionen im Stile von Vangelis über Tangerine-Dream-artige Klänge hin zu rhythmischem Synthi-Pop. Das Gute ist ja, dass ich mit meinen Synthesizern all das spielen kann, was ich will".


Sauer hierzu: "Ich versuche so viel live zu spielen, wie möglich. Dazu habe ich mehrere elektronische Helfer, zum Beispiel einen Yamaha QY70 Sequencer oder ein Computerprogramm, das auch die Band KRAFtWERK benutzt. Vom 'Band' wie man so schön sagt, kommen im Grunde nur Naturgeräusche und Einspieler. Natürlich ist das für den Zuschauer oft schwer zu erkennen, vor allem, weil ich ein Oberheim-Masterkeyboard habe, mit dem ich nicht nur Musik spielen kann, sondern dessen Matrix es mir auch erlaubt, fast alle Parameter und Sequenzer direkt abzurufen und zu steuern".
Los geht es am Freitag um 20 Uhr 11; auch das hat Tradition. "Das hat natürlich mit der Jahreszahl zu tun. Das war immer so. Als ich 2005 mit Heinz Rudolf Kunze auf der Bühne stand, fingen wir um 20 Uhr 05 an, ein Jahr später um 20 Uhr 06. Außerdem finde ich das eine hervorragende Abendplanung, wenn man um 19 Uhr in den Spiegelsaal kommt und sich dann zuerst etwas zu essen gönnt und ein Glas Wein. Oft sitze ich mit dabei und esse noch etwas, gehe dann auf die Bühne. Ich finde das toll."
Im Vorfeld der Veranstaltung gab es für Rainer Sauer jetzt auch erfreuliche Nachricht von Seiten der Stadt Jena: sein Forschungsergebnis zu Kurt Tucholskys in Jena erworbenem Doktortitel wird ganz offizell in das "Lexikon zur Jenaer Stadtgeschichte" aufgenommen werden; er selbst wurde gebeten, den entsprechenden Eintrag mit einem kleinen Kommentar und Bildmaterial zu ergänzen.
Das Interview führte Peter Schulz für das Lichtstadt.Netz © 2011 - Informationen zum Programm gibt es unter www.kabarettprogramm.de

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